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Unterlagen einer fachtagung vom 15. märz in berlin

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Petra Enders: Es geht also doch!

Zur Ankündigung des Netzbetreibers 50 Hertz Transmission eine Pilotanlage zur Erprobung von Hochtemperaturseilen für den Überlandtransport größerer Starkstrommengen aufzubauen äußert sich Petra Enders (MdL, DIE LINKE) wie folgt:

Petra Enders: Es geht also doch!

„Es geht also doch“, so die Landtagsabgeordnete der Linken und Bürgermeisterin von Groß-breitenbach, Petra Enders, in einer ersten Stellungnahme auf die Ankündigung des Netzbetreiber 50 Hertz Transmission, in Mecklenburg-Vorpommern Hochtemperaturseile für die Überlandübertragung größerer Strommengen zu testen.

„Unverständlich ist aber die Aussage von 50 Hertz Transmission, dass diese Alternative für Thüringen zu spät kommen soll“, so die Politikerin weiter. Bereits 2007 haben die von den Bürgerinitiativen und Kommunen beauftragten Gutachter Jarass und Obermair das Auswech-seln herkömmlicher Leiterseile durch Hochtemperaturseile auf bestehenden Hochspannungsleitungen als Möglichkeit aufgezeigt, um die Kapazitäten für die Durchleitung von Windstrom im Netz zu erhöhen und dabei auf vergleichbare Projekte in den USA, Großbritannien und Japan verwiesen.

„Das ist über Jahre hinweg ignoriert worden“, macht Frau Enders ihren Unmut über diese Technologiefeindlichkeit eines Energiekonzerns deutlich, um nachzuschieben: „Aber auch die Landesregierung hat versagt. Sie hat entsprechende Vorschläge der Linksfraktion nicht aufgegriffen und statt dessen den Bau der 380 kV - Freileitung durch Thüringen nach Bayern über den Rennsteig als alternativlos dargestellt. Bis heute.“.

„Ein Fehler“, stellt Petra Enders fest, „der aber noch zu korrigieren ist!“ Sie sagt: „Noch ist Zeit. Es gibt keine Entscheidung für eine Baugenehmigung und damit die Chance, dass sich alle, Bürgerinitiativen, Wissenschaftler, 50 Hertz Transmission, Kabelher-steller und Politik an einen Tisch setzen, um zu überlegen, wie die Anforderungen möglicher höherer Stromübertragungskapazitäten in Thüringen ohne eine neue, Natur und Landschaft zerstörende 380 kV - Freileitung erreicht werden können“.

Netzumbau statt Netzausbau

Auf die Ankündigung des Netzbetreiber 50 Hertz Transmission 3,3 Milliarden Euro in den Netzausbau zu investieren reagiert Petra Enders (MdL, DIE LINKE) wie folgt:

„Wenn der Netzbetreiber 50 Hertz Transmission meint, mit 3,3 Milliarden Euro Investitionen für den Netzausbau sei das Problem der Übertragung von zusätzlicher Energie zu lösen, unterliegt er einen folgenschweren Irrtum“, so Petra Enders, Landtagsabgeordnete, Bürgermeisterin und Frontfrau des Widerstandes gegen den Bau einer 380 kV Leitung durch Thüringen über den Rennsteig nach Bayern.
Frau Enders weiter: „Statt diese Summe in neue Starkstrom- Freileitungen zu investieren, sollte sich 50 Hertz besinnen und den Vorschlag der Bürgerinitiativen aufnehmen, das vorhandene Übertragungsnetz mit Hochtemperaturseilen umzubauen“. Die Politikerin verweist darauf, dass Deutschland mit 36.000 km Hochspannungsnetz und 1,9 Millionen km Stromnetz insgesamt eines der engmaschigsten Netze der Welt schon heute hat.
„Es ist keine Lösung diesen Stromleitungen immer neue hinzuzufügen, zumal es mit der Temperaturüberwachung der Leitungen (Freileitungsmonitoring) und der Hochtemperaturseiltechnologie Alternativen gibt, die auf keinen fall teurer sind und da sie auf vorhandenen Trassen Anwendung finden, auch auf Akzeptanz stoßen“, so Petra Enders abschließend.