Petra Enders: Auch Frau Lieberknecht kann die Fakten nicht umdeuten

„Frau Lieberknecht ist offenbar nicht ausreichend über die Absicht des Netzbetreiber 50Hertz Transmission informiert“, stellt die Landtagsabgeordnete der Linken, Petra Enders, bezogen auf Äußerungen der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, sie hält den Bau der umstrittenen 380 kV-Leitung durch Thüringen über den Rennsteig nach Bayern für nötig, fest.
„Wenn sie ausreichend informiert gewesen wäre, hätte sie erkennen müssen, dass diese Leitung keineswegs für die Durchleitung von Windstrom aus den Offshore Windanlagen Norddeutschlands gebraucht wird, sondern, wie Wissenschaftler bei der Bewertung der von 50Hertz Transmission im Planfeststellungsverfahren eingereichten Unterlagen feststellen mussten: Diese Leitung würde primär wegen der Übertragung von ostdeutschen Kohlestrom nach Süddeutschland auch bei Starkwindeinspeisung gebaut werden“.

Petra Enders: „Das ist etwas völlig anderes als die Durchleitung von Windstrom. Der ins Netz eingespeiste fluktuierend erzeugte Windstrom soll die zwar umweltschädliche aber immer noch profitable Stromerzeugung aus Braunkohle nicht „stören“ und damit den Energiekonzern Vattenfall seine Profite sichern“.

„Im übrigen“, so die Politikerin abschließend, „ist die Entscheidung über diese Leitung der Hoheit der Thüringer Landesregierung entzogen. Jetzt entscheidet das Bundesverwaltungsgericht. Die Ministerpräsidentin sollte sich hüten, mit unbedachten Äußerungen die Unabhängigkeit dieses Gerichtes in irgendeiner Art und Weise in Frage zu stellen“.